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Neben den Ultraschallverfahren stehen in der Angiologie (Gefässmedizin) verschiedene zusätzliche Spezialverfahren zur Verfügung, um weitere Informationen zum Funktionszustand des Venensystems zu gewinnen.
- Venenverschlussplethysmographien: Venenverschlussplethysmographien bieten die Möglichkeit, die venöse Transportkapazität beider Beine im direkten Seitenvergleich zu messen. Mittels zweier Luftmanschetten
wird im Bereich des Oberschenkels durch Druck von aussen (Kompression) die Blutströmung in den Venen zum Versiegen gebracht. Nach Ablauf weniger Minuten wird durch Entlüftung dieser Stauungsmanschetten der
Blutfluss in den Venen wieder freigegeben. Im Anschluss hieran wird im Unterschenkelbereich der venöse Rückfluss des Blutes mit empfindlichen Messverfahren registriert. Auf diese Weise kann die Flussrate der
Beinvenen im Seitenvergleich vermessen und die venöse Kapazität als Mass des bestehenden Venenquerschnittes ermittelt werden. Die Venenverschlussplethysmographie ist neben anderen Methoden wie dem Ultraschall
ein wertvolles ergänzendes Untersuchungsverfahren zum Nachweis und zur Verlaufskontrolle von tiefen Venenthrombosen.
- Lichtreflexionsrheographie: Die Lichtreflexionsrheographie bietet Hinweise zur Funktionsbeurteilung der Venenklappen und venösen Abflussverhältnisse. Durch gezieltes Abdrücken oberflächlicher Krampfadern lässt sich überprüfen, ob durch eine Verödung oder Entfernung der betreffenden Krampfadern die Blutströmung und venöse Kreislaufsituation in den verbleibenden Venen verbessert werden kann. Bei diesem Untersuchungsverfahren wird der Blutfüllungszustand in den oberflächlichen Hautgefässen in Abhängigkeit von einer Aktivierung der Wadenmuskelpumpe im Seitenvergleich oberhalb der Innenknöchel registriert. Bei Betätigung der Wadenmuskelpumpe durch rhythmisches Heben und Senken des Fusses wird das Blut aus den Beinvenen in Richtung Herz befördert. Hierdurch nimmt die Blutfüllung in den oberflächlichen Hautgefässen ab. Nach anschliessender lockerer Entspannung der Wadenmuskulatur kommt es beim Gesunden im Laufe von etwa 40-60 Sekunden zu einer Wiederauffüllung der oberflächlichen Hautgefässe. Bei einer Funktionsstörung der Venenklappen vollzieht sich diese Wiederauffüllung beschleunigt. Bei einer venösen Abfluss-Störung, z.B. infolge einer tiefen Beinvenenthrombose, kann andererseits der Füllungszustand der oberflächlichen Hautvenen bei Betätigung der Wadenmuskelpumpe unbeeinflusst bleiben. Die Lichtreflexionsrheografie wird auch als Muskelpumpentest bezeichnet.
- Phlebodynamometrie: Bei diesem Verfahren wird der periphere Venendruck in einer oberflächlichen Fussrückenvene durch Einführung einer Injektionskanüle in Verbindung mit einem Druckaufnahmesystem gemessen. In Analogie zur Lichtreflexionsrheographie kommt es auch hier bei Betätigung der Beinmuskulatur durch den beschriebenen Muskelpumpeffekt zu einer deutlichen Verringerung des Venendruckes, welcher sich nach Beendigung der Muskelarbeit wieder auf ursprünglichem Niveau aufbaut. Die Messwerte der Phlebodynamometrie erlauben ähnliche Rückschlüsse wie die Lichtreflexionsrheographie.
- Laufbandergometrie zur diagnostischen Gehstreckenbestimmung: Bei fortgeschrittenen venösen Abfluss-Störungen, meist im Rahmen eines postthrombotischen Syndroms, kann es mit zunehmender Krankheitsdauer zu einer Einschränkung der schmerzfrei zurücklegbaren Gehstrecke (Claudicatio venosa) kommen. Mittels Laufbandergometer lässt sich in diesen Fällen die zurücklegbare Gehstrecke präzise ermitteln und im Behandlungsverlauf kontrollieren.
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Prof. Dr. Piper, Meduna-Klinik, 56864 Bad Bertrich, Tel.: 02674 / 182 0, Fax: 02674 / 182
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